Im ersten Teil der Wurzeln, Stamm und Triebe-Trilogie beschäftigen sich die Ensemblemitglieder mit den eigenen leiblichen und ideellen Vorfahren. Im Fokus steht dabei die Frage, welche Spuren die Vergangenheit in der Gegenwart hinterlassen hat und wie das Familienerbe uns belasten und bereichern kann. In der bewährten Manier der heyoka-Produktionen ist aus dem Input der Teilnehmer eine bunte Collage entstanden, die das Publikum einlädt, mit in die Welt der Ahnen einzutauchen und sich selber ein Stück auf die Reise zu machen.

Wie schon in vorangegangenen Projekten sind die Darsteller auch diesmal von dem ausgegangen, was sie in sich selbst finden. Sie haben auf verschiedenen Ebenen geforscht – mit Hilfe von Fotos und Gegenständen, in der Arbeit mit der Trommel, anhand von Bildern aus Träumen und vagen Erinnerungen. Eines wussten sie schon, anderes können sie über die Lebenswirklichkeiten und -wege ihrer Vorfahren nur ahnen: Manche Fäden sind noch verstrickt, verknotet, anderer wiederum konnten zurückverfolgt und gelöst werden. Zu sehen, wie viele vor uns waren und wie viele nach uns kommen werden, lässt auch den Blick auf das eigene Leben weiter werden, friedlicher manchmal. Eins ist allen Teilnehmenden bewusst geworden: Die Suche nach den Wurzeln ist immer auch die Suche nach der (inneren) Heimat.

Artikel aus der Südwest-Presse (29.5.17)